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2011 - Deutlich zu warm, sehr sonnig, zu trocken


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Winter 2010/11: Anfangs schneereich und sehr kalt, später überwiegend mild

Mit durchschnittlich -3,5 °C war der Dezember 2010 bundesweit der kälteste seit 1969 (Mittelwert 0,8 °C). Zusätzlich war er so schneereich wie selten. Die Niederschlagsmenge summierte sich in Darmstadt auf 102 mm, etwa das Doppelte des langjährigen Mittelwertes (52 mm).
Die Kälte des Dezembers endete am 6. Januar 2011. Die folgenden Wochen waren über weite Strecken zu mild: Mit durchschnittlich 2,2 °C lag der Januar in Darmstadt um 2,4 Grad über dem Mittel von -0,2 Grad. Einige kräftige Niederschläge in der ersten Monatshälfte, die zugleich ein schnelle Schneeschmelze auslösten, führten in der Summe zu einem leicht erhöhten Monatsniederschlag von 59,6 mm (Mittel 48,6 mm).
Es folgte ein ebenfalls milder, dafür aber sehr trockener Februar mit nur 21,2 mm Niederschlag. Dies entspricht gerade der Hälfte des Mittelwertes von 41,3 mm. Der Februar bewirkte damit ein vorzeitiges Ende des bis Januar 2011 ausgeprägten Grundwasseranstiegs (zahlreiche Vernässungen).
In der Summe war der Winter 2010/11 in Südhessen deutlich zu feucht (184 mm statt 142 mm). Der sehr kalte Dezember wurde durch die milden Folgemonate ausgeglichen. In Darmstadt war der Winter nur 0,2 Grad zu warm (0,9 °C statt 0,7 °C).

Frühjahr 2011: Sommer im Frühling - sehr sonnig, sehr warm, sehr trocken


Laut Deutschem Wetterdienst (DWD) konnte Deutschland 2011 einen sommerlichen Frühling genießen: Kein Frühjahr seit Beginn der Messungen brachte mehr Sonnenschein und nur der Frühling 2007 war wärmer. Allerdings hat es seit 1893 in den Monaten März, April und Mai auch nicht mehr so wenig geregnet.
Die Messwerte zeigen für alle Monate des meteorologischen Frühlings (März, April, Mai ) die gleichen extremen Ausprägungen: stabile Hochdruckwetterlagen bewirken fast nur sonnige Tage und milde bis hohe Temperaturen. Nur an einzelnen Tagen fallen geringe Niederschlagsmengen.
Beispiele für die Station Darmstadt sind:
  • Sonnenscheindauer im April: 270 Stunden statt 136 Stunden
  • Mitteltemperatur im April: 12,3 Grad statt 9,4 Grad im Mittel
  • Niederschlag: März mit 16,2 mm (Mittel 54,0 mm), April 12,2 mm (50,1 mm), Mai 16,3 (statt 61,1 mm)
In der Summe fielen in Darmstadt nur 44,7 mm Regen in drei Monaten. Dies entspricht nur 27 % des langjährigen Mittelwertes von 165,2 mm! In Wiesbaden-Auringen erfasst der DWD mit 33 mm lediglich 16 % des Solls. Die Vegetation litt unter entsprechendem Trockenstress. Im Mai waren die Pegel der meisten deutschen Flüsse so niedrig wie seit etwa 100 Jahren nicht mehr zu dieser Jahreszeit.

Sommer 2011: Unbeständig mit sehr nassem August

Auf einen sehr trockenen und sonnenscheinreichen Frühling 2011 folgte ein unbeständiger Sommer. Schönwetterperioden blieben selten und beschränkten sich meist nur auf wenige Tage. Laut DWD fiel  der Sommer 2011 bundesweit zu trüb und deutlich zu nass aus. Trotzdem lag die Durchschnittstemperatur zuletzt noch leicht über dem Klimamittel.
Mit 304 mm Niederschlag fielen im Sommer 2011 bundesweit etwa 127 % des Solls von 239 l/m². Mit 293 mm (gemessen) zu 235 mm (Soll) kam Darmstadt auf vergleichbare 124 %. Während im Frühling noch Hochdruckgebiete die Wetterszene beherrschten, übernahmen im Sommer Tiefdruckgebiete die Regie. Diese führten besonders im Norden und Osten zu teilweise sintflutartigen Regenfällen. Der Niederschlagsüberschuss ergab sich ausschließlich aus dem nassen August. In Darmstadt fiel mit 151 mm nahezu das doppelte Solls (82,0 mm), davon allein 44,5 mm bei starken Gewitterregen am 25. August. Vergleichbar zu nass war der August 2010 mit 154 mm.

Herbst 2011: Warm, sehr trocken und sehr viel Sonne

Auf ein extrem trockenes Frühjahr und einen unbeständigen Sommer folgte erneut ein äußerst trockener Herbst. Anfang September entluden sich über Deutschland noch heftige Gewitter, später erlebten die Menschen, besonders im November, eine lange, extrem trockene und vor allem im Bergland sonnige Witterungsperiode. Noch nie seit Beginn der Wetteraufzeichnungen wurde deutschlandweit derart wenig Niederschlag registriert wie im November 2011.
In Darmstadt fielen im September nur 42,1 mm statt der erwarteten 57,0 mm.  Mit durchschnittlich 15,9 °C war es im Vergleich zur Referenzperiode 1961-1990 (14,3 °C) wieder einmal ein zu warmer Monat. Der Oktober 2011 beeindruckte mit großen Gegensätzen im Wettergeschehen: Einem ausgeprägt schönen Altweibersommer mit viel Sonnenschein und Höchstwerten nahe 30 Grad folgte ein jäher Temperatursturz, verbunden mit Sturmböen, Graupelschauern oder anhaltenden Regenfällen. Weitere sonnige und warme Tage wechselten in der Folge mit kräftigen Niederschlägen und Schneefällen bis in mittlere Lagen sowie kalten Frostnächten mit Reif und Nebel. In Darmstadt fiel mit 28,3 mm nur gut die Hälfte des mittleren Niederschlages von 53,8 mm. Das Monatsmittel der Temperatur lag bei 10,1 °C (Sollwert 9,3 °C).
Stabile Wetterlagen mit hohem Luftdruck und reichlich Sonnenschein machten den November 2011 außergewöhnlich trocken. Mit bundesweit  nur 3 mm Niederschlag war es laut DWD der trockenste November seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. In Darmstadt fielen gerade einmal 1,1 mm (Mittelwert 64,5 mm).
Insgesamt war der Herbst 2011 etwas zu warm (Darmstadt 10,2 °C statt 9,5 °C), sehr sonnig (DA: 431 statt 308 Stunden) und sehr trocken (iin Darmstadt mit 71 mm Niederschlag der trockenste Herbst seit 1937).

Fazit:
Das Jahr 2011 war von ausgeprägten Gegensätzen geprägt. Besonders auffällig war das ausgesprochen sonnige und trockene Frühjahr und der gleichfalls sonnenverwöhnte und niederschlagsarme Herbst. Dazwischen lag ein eher unbeständiger, feuchter Sommer. Da immer mehrere Monate in Folge auffällige Abweichungen von den Mittelwerten boten, erscheint das Jahr 2011 deutlich in zu trockene oder feuchte Zeiträume eingeteilt. Bezüglich des Niederschlags waren u.a. der nasse August, die regenarmen Monate März bis Mai und der extrem trockene November auffallende Monate. Die Gesamtmenge lag in Darmstadt mit 597 mm deutlich unter dem langjährigen Mittelwert von 724 mm. Trockener war es zuletzt 2003 (545 mm).

Mit 9,6 °C bundesweit war 2011 eines der fünf wärmsten Jahre seit 1881; wärmer waren laut DWD nur 1943, 1994, 2000 und 2007. In Darmstadt wurden sogar 10,7 °C erreicht (Mittel 9,2 °C).
Noch deutlicher hebt sich das Jahr bei der Sonnenscheindauer hervor:  Laut Deutschem Wetterdienst war es mit 1.824 Stunden hinter 2003 (2.014 Stunden) und 1959 (1.982 Stunden) das drittsonnenreichste Jahr seit Messbeginn 1951.


Die nachfolgenden Grafiken zeigen die Niederschlagssummen an den DWD-Stationen Frankfurt-Flughafen und Darmstadt. 













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Veröffentlicht am: 2012-03-08 (5225 mal gelesen)

 

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