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Wissensbasis/Grundwasser
Grundwasserstand Sept. 2003 - Wasserstände fallen weiter - Infiltration gestartet


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(22.09.2003)

Die schon seit Februar 2003 anhaltende, extreme Trockenheit lässt in Verbindung mit neuen Rekordtemperaturen bis in den August hinein die Grundwasserstände im Hessischen Ried weiterhin schnell fallen. Lokal wurde bereits wieder das Niveau aus der Zeit vor dem Beginn der Vernässungsperiode erreicht, in den übrigen Regionen des Riedes ist in den nächsten Wochen damit zu rechnen (Messstellen). Die von Anfang 1999 bis zum Frühjahr 2003 andauernde Vernässungsperiode mit hohen Grundwasserständen kann damit (vorerst) als beendet erklärt werden.

Die sehr hohen Verdunstungsraten haben zu einer vollständigen Entleerung des Bodenwasserspeichers oberhalb des Grundwassers geführt. Trockenschäden in der Landwirtschaft und in den Wäldern sind die bekannten Folgen. Gleichzeitig wird die Entleerung des Grundwasserkörpers durch die niedrigen Pegelstände des Rheins und seiner Nebenflüsse beschleunigt. Zur Sicherstellung einer nachhaltigen und umweltverträglichen Wassergewinnung wurde daher die Infiltration von aufbereitetem Rheinwasser nach mehrjähriger Pause wieder in Betrieb genommen (weitere Informationen).



Gewässerpegel auf Rekordtief

Die großräumig in ganz Mitteleuropa, von der Schweiz bis nach Skandinavien herrschende Witterung wird bei uns, im Projektgebiet von Grundwasser-Online, am besten durch den Wasserstand des Rheins gekennzeichnet. Am 18. August wurden an der deutsch-niederländischen Grenze historische Tiefstände des Rheins gemessen. Die Ganglinie des Rheins zeigt im Jahr 2003 kein ansonsten übliches Frühjahrshochwasser. Auch die Zuflüsse der Riedbäche verharren seit Monaten auf niedrigstem Niveau, da auch im Odenwald kein nennenswerter Niederschlag gefallen ist. Die nebenstehenden Bilder des Rheins bei Biebesheim wurden am 20.08.03 aufgenommen. Die dokumentierte Ganglinie zeigt, dass der Rheinpegel im August diesen Jahres auch bei Biebesheim eine Rekordtiefstmarke erreicht hat. Im Vergleich zum Jahr 1996 wird deutlich, wie extrem der Sommer 2003 von den tiefen Pegelständen des Rheins gekennzeichnet ist.




Weiteres Absinken der Grundwasserstände zu erwarten

Es muss nun schon sehr lange und ausgiebig regnen, bevor vom Niederschlag auch nur ein kleiner Anteil bis zum Grundwasser gelangt. Von daher ist damit zu rechnen, dass die Grundwasserstände deutlich länger als in anderen Jahren noch weiter absinken (normalerweise wird der Tiefstand im Oktober / November erreicht).

Die niedrigen Pegel des Rheins und der Riedbäche bedingen eine großräumige Entwässerung des Grundwassers, die in dieser Schnelligkeit sicherlich noch nicht beobachtet werden konnte und neue Maßstäbe setzt. Dieser Effekt wird sich in den nächsten Monaten noch beschleunigen.

Der Grundwasserleiter reagiert nach Zeit und Raum sehr unterschiedlich auf diese witterungsbedingten Gegebenheiten. Die unten gezeigte Ganglinie der Messstelle 527051 in der Nähe von Groß-Gerau ist durch geringe Flurabstände des Grundwassers (Abstand der Grundwasseroberfläche von der Geländeoberkante) geprägt. Zusätzlich zeigt die Ganglinie Wechselwirkungen zu umgebenden Bächen auf, Grundwasserförderung wirkt sich nur geringfügig aus. Hier wird mit dem Absinken des Grundwassers um ca. 70 cm im Juni und Juli der sich beschleunigende Effekt des witterungsbedingten Absinkens deutlich. Bei noch bis in den November hinein reichendem Absinken sind hier Grundwassertiefstände in diesem Jahr zu erwarten, die unter dem Niveau des Jahres 1998 liegen. Die Ganglinie zeigt anschaulich, dass damit die Zeit der hohen Grundwasserstände von 1999 bis Januar 2003 definitiv beendet ist. Eine Beeinflussung durch Infiltration ist aufgrund der großen Entfernung hier nicht möglich.



Eine andere Charakteristik weist die Messstelle GE20160 westlich von Gernsheim auf: Zwar liegen auch hier die aktuellen Augustablesungen deutlich unter den jeweiligen Augustwerten der Jahre 1999 - 2002, aber das absolute Grundwasserstandsniveau ist noch nicht auf das Niveau des Jahres 1998 abgesunken. Hier ist jedoch bis in den November hinein ein weiteres deutliches Absinken zu erwarten, da der Grundwasserleiter in der Regel träger reagiert als im Bereich der o.g. Messstelle 527051 bei Groß-Gerau.



Weiter südlich, am Forsthaus Jägersburg, liegt die dritte dokumentierte Messstelle 544002. Auch hier liegt der aktuelle Augustwert unter den Vergleichswerten der Jahre 1999 - 2002, jedoch auf deutlich höherem Niveau als 1998. Diese Messstelle liegt im potentiellen Aufhöhungsbereich der Infiltration. Für sie ist im Grundwasserbewirtschaftungsplan Hessisches Ried ein Richtwert "angestrebter mittlerer Grundwasserstände" ausgewiesen. Derzeit ist die Messstelle aufgrund der langen Stillstandszeit nicht durch Infiltration beeinflusst. Ohne Inbetriebnahme der Infiltration wären die Grundwasserstände auch hier zumindest bis in den November / Dezember hinein bis in die Nähe des unteren Grenzgrundwasserstandes, bei weiteren Trockenjahren sogar deutlich unter diesen Grenzgrundwasserstand abgesunken. Um die Vorgaben des Grundwasserbewirtschaftungsplans einzuhalten, wurde die Infiltration daher im September 2003 wieder in Betrieb genommen.




Weitere Informationen:

- Inbetriebnahme der Infiltration im Hessischen Ried notwendig
- Infiltrationsanlagen im Hessischen Ried
- Aktuelle Grundwasserstände beim RP Darmstadt



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Veröffentlicht am: 2004-02-25 (5461 mal gelesen)

 

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